1.07.2011

Sind die OBI ArbeiterInnen bereit für den Kampf?

Die polnische Gewerkschaft ZSP unterstützt eine Gruppe von OBI ArbeiterInnen bei ihren Arbeitskämpfen. OBI ist eine internationale Kette mit großen Einkaufshäusern und Lagerhallen.

In Warschau gab es im Juni 2001 eine gezielte Entlassungswelle gegen GewerkschafterInnen und nachweisbar und dokumentiert auch Mobbing. Zu dieser Zeit existierte die ZSP noch nicht, aber einige Mitglieder nahmen damals an Gegenaktionen teil.

Zuletzt gründete sich im Krakauer Geschäft eine Gewerkschaft. Es gab sofort Repressionen. Ein Gewerkschaftsmitglied wurde gefeuert und bei einem weiteren wurde es versucht. Wir hatten damals einen Genossen in dem Geschäft aber die Leute dort waren an anarchosyndikalistischer Gewerkschaftsarbeit nicht sonderlich interessiert. Trotzdem besteht heute in verschiedenen Städten eine gewisse Unterstützung bei direkten Aktionen und der Widerstand nimmt zu.

Die meisten Angestellten arbeiten im Verkauf, räumen irgendwelche Dinge umher oder füllen sie in Regale. Dabei ereignen sich viele Arbeitsunfälle. Die Beschäftigten beklagen die schlechte Ausrüstung, z.B. veraltete und defekte Stapler.

Am Ende der Monats nehmen sie 350€ mit nach Hause, was etwas mehr als der Mindestlohn ist. Für Überstunden und Wochenendarbeit bekommen sie überhaupt kein Geld. An Heilig Abend und Neujahr müssen sie zusätzlich arbeiten, wenn andere zu Hause sind. Hinzu kommen oftmals Verkürzungen der Arbeitszeiten. Dagegen haben sich die ArbeiterInnen besonders ausgesprochen. Die ZSP hat daraufhin Flugblätter über diese Situation verteilt und die KäuferInnen um ihre Solidarität gebeten.

OBI testet intensiv Verkäufer. (V Test im OBI Slang). Dabei bewerten Käufer die Angestellten geheim. Alle Angestellte werden mindestens einmal im Monat getestet. Bei schlechter Beurteilung folgt die Kündigung. Jeder finanzielle Bonus hängt von dieser Bewertung ab und beträgt normalerweise um die 25€.

Am meisten beklagen die Angestellten die Behandlung durch ihre Vorgesetzten, insbesondere wenn sie auf ihre Rechte hinweisen oder bessere Bedingungen fordern. Gewöhnlich wird sofort mit der Kündigung gedroht.

Von einer Sache sind die sie völlig irritiert.. Es ist die Idee des Unternehmen künstliche „Androide“ anstatt VerkäuferInnen einzusetzen. Das ist eine mit einem Computer verbundene Puppe, die einfache Fragen beantworten kann. Die Angestellten sind empört darüber, weil KollegInnen dadurch ihren Job verlieren.

Einige Aktivisten würde gerne eine Kampagne gegen diese Roboter starten. Im Januar und im Februar sollten Aktionen stattfinden. Wenn sich mehr ArbeiterInnen beteiligen können die Aktivitäten jederzeit ausgeweitet werden.

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