3.08.2011

Proteste und Störaktionen im Rathaus von Liverpool

Als sich ungefähr 300 Leute angesichts der vom Stadtrat beschlossenen Haushaltskürzungen vor dem Liverpooler Rathaus versammelt, befanden sich darunter auch Mitglieder der lokalen Sektion der Solidarity Federation. Angesichts der £91 Millionen an Kürzungen auf dem Tisch, kamen BewohnerInnen und lokale Kampagnen - darunter das Park View Project zur Rehabilitierung von Alkohohlkranken sowie das Whitechapel Centre für Obdachlose – um gemeinsam mit AktivistInnen den Stadtrat ihre Forderungen hören zu lassen.

Zuerst herrschte ein ziemliches Tohuwabohu auf den Bürgersteigen. Die Gemüter waren angespannt; es wurde viel gerufen und skandiert. Es passierte solange nichts, bis ein Frau mit einem Banner die Straße betrat. In dem Moment schlossen sich ihr alle an und legten los. Ein Hauch von Todesverachtung lag in dem Moment in der Luft und die Leute fühlten sich gestärkt.

Mitglieder der SolFed Liverpool verteilten Flugblätter in denen sie argumentierten: „nur wenn wir die Angelegenheiten als Klasse in die Hand nehmen und diejenigen meiden, die danach trachten uns anzuführen, zu kontrollieren, besteht die Möglichkeit für einen radikalen sozialen Wandel“.

Es schien als hätten sich schon eine Menge Leute mit dem Gedanken angefreundet. Die Tatsache, dass die Labour Partei die größten Einschnitte in der Geschichte des Großbritanniens beschloss, hat vielen den Politikschwindel vor Augen geführt. Ein an den Vorsitzenden Joe Anderson gerichtetes Schild brachte die Sache auf den Punkt: „Piss off Joe!“.

Während den Vorträgen des Liverpooler Wirtschaftsrats gab es einen Versuch das Gebäude zu stürmen und die Ratskammer zu übernehmen, so wie es in Lewisham geschah. Die Security blockierte die Tür, woraufhin ein Mann begann die Tür einzutreten und deren Glasfenster mit dem Mast einer „Vereinigt die Gewerkschaften“ Fahne zu bearbeiten. Als kein Weiterkommen war, hielten die Leute vor dem Gebäude einen Protestposten ab, was einiger der Ratsmitglieder dazu zwang schnell abzuhauen und sich über einen Seiteingang zurückzuziehen.

Beim Start der Versammlung gingen die Menschen um das Gebäude um den anwesenden FührerInnen mit ihren Megaphonen mitzuteilen, dass sie sich nicht an deren Anordnungen halten werden.

Doch dann begann es langsam Abend zu werden; die Nacht wurde kälter und aus den 300 Menschen wurden 50. Es gibt eine anschwellende Wut über die von den „Linken“ im Stadtrat beschlosse Politik, im Auftrag der „Rechten“ Regierung, der sie dienen.

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