7.23.2013

Schluss mit prekären Arbeitsbedingungen in der grünen Heinrich Böll-Stiftung!

Aktionswoche zwischen dem 29.7. und dem 4.8.

Bei der Heinrich-Böll-Stiftung, der parteinahen Stiftung der Grünen, werden seit Jahren viele KollegInnen über Drittfirmen zu prekären Bedingungen beschäftigt. Nachdem sich Betroffene in der Basisgewerkschaft FAU organisiert haben und sich im Betrieb für Verbesserungen einsetzen, droht ihnen nun der Rauswurf. Wir rufen auf zu einer Aktionswoche gegen prekäre Beschäftigung in der Böll-Stiftung und die gewerkschaftsfeindliche Haltung der Geschäftsführung.


Durch die Anstellung über Drittfirmen werden den KollegInnen viele Partizipationsmöglichkeiten im Betrieb vorenthalten. So wird ihnen die Teilnahme an Betriebsversammlungen verwehrt, selbst wenn ihre eigenen prekären Beschäftigungsverhältnisse auf der Tagesordnung stehen und auch die FAU als im Betrieb aktive Gewerkschaft durfte nicht an dieser Betriebsversammlung zur Prekarisierung in der Stiftung teilnehmen. Aufgrund unserer Aktionen will die Geschäftsführung nun den Bereich Konferenzassistenz an eine neue Firma vergeben und wird damit die jetzt in diesem Bereich tätigen gewerkschaftlich aktiven KollegInnen aus dem Betrieb drängen. Ab dem 31.07.2013 sollen sie nicht mehr in der Stiftung arbeiten. Dieses Vorhaben muss als offen gewerkschaftsfeindlich eingestuft werden. Die Behinderung offener Diskussionen und gewerkschaftlicher Organisation im Betrieb steht in einem eklatanten Widerspruch zur thematischen Arbeit in der Stiftung, die sich weltweit für Partizipation und Menschenrechte einsetzt: Mitsprache am Arbeitsplatz und kollektive gewerkschaftliche Aktionen sind auch Menschenrechte!

Weil die Heinrich-Böll-Stiftung die betroffenen KollegInnen nicht selbst beschäftigt, wie es in anderen politischen Stiftungen üblich ist, werden aber auch Lohndumping und Tarifflucht möglich: Die Stiftung hat keine Möglichkeit mehr, auf die Arbeitsbedingungen Einfluss zu nehmen, wie die Geschäftsführung selbst eingesteht. Dies scheint ihr aber auch ganz Recht zu sein, profitiert sie doch von der Flexibilität der Arbeitskräfte. Eine solche Praxis im eigenen Haus steht im Widerspruch zur öffentlichen Kritik der Stiftung an Prekarisierung und ihren sozialen Folgen. Mit ihrer Beschäftigungspolitik stellt sie aber auch die Glaubwürdigkeit der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Frage: Im aktuellen Wahlkampf tritt diese ausdrücklich für eine Stärkung von Tarifverträgen und für einen Mindestlohn von mindestens 8,50 EUR ein dieses Lohnniveau wird jedoch bisher von ihrer eigenen parteinahen Stiftung unterboten.

Prekäre Beschäftigung und Union-Busting sind unvereinbar mit den öffentlich vertretenen Positionen der Heinrich-Böll-Stiftung. Wir fordern die direkte Beschäftigung der Betroffenen zu fairen Bedingungen! Die gewerkschaftlich aktiven KollegInnen dürfen nicht entlassen werden! Unterstützt unsere Forderungen mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen in der Woche vom 29.07. bis zum 04.08.2013 an den verschiedenen Standorten der Heinrich-Böll-Landesstiftungen und bei den Grünen! Macht ihnen klar, dass wir sie beim Wort nehmen, wenn sie von Gerechtigkeit und Partizipation sprechen! Unterschreibt unsere Online-Petition, um unseren Forderungen weiter Gewicht zu verleihen! Schluss mit prekären Arbeitsbedingungen in der grünen Heinrich-Böll-Stiftung!

Aktuelle Informationen zum Konflikt: berlin.fau.org/boell
Link zur Petition: berlin.fau.org/boell-petition
Grüne vor Ort: www.gruene.de/partei/gruene-vor-ort.html
Heinrich-Böll-Stiftung: www.boell.de/kontakt/kontakt.html

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